Energetischer Schamanismus

Energetischer Schamanismus nimmt das Leben als All-Eines an, durchdrungen mit der universellen Urkraft jenseits von Dualität. Im Menschen spiegelt sich dieser Ursprung der Seele als Sehnsucht nach Ewigkeit. Erst die Trennung der Urkraft schafft Polarität und dadurch Erkennen, in der sich unendliches Leben in einer Vielschichtigkeit und in mannigfaltigen Formen und Gestalten zeigt. Diese zweite Sehnsucht der Seele nach Individualität und Wandelfähigkeit spiegelt sich in der Abenteuerlust des Menschen wider. Es ist das Streben nach Wiedervereinigung aller Lebensformen in die Urkraft, die die Seelenkräfte von Liebe, Toleranz, Bedingungslosigkeit, Geborgenheit und reiner Gewissheit schaffen. Die Seele ist in Klang, Schwingung und Pulsation der Kräfte, sowie Licht und Farben erlebbar und mündet in der Vollendung zu Stille, Ruhe und Leere. Aus diesem Zustand der Vollkommenheit, die das Wesen unserer Seele ist, entsteht die Wirklichkeit dieser Welt mit all ihrem Lebensausdruck, das heisst, dass das Leben sich immer wieder neu erschafft, befreit von Ursache und Wirkung, aus der Quelle der ewigen Seele und der unendlichen Vielfalt. Die Verdichtung des Seelenlichtes in menschliche Gestalt und andere Lebensformen, entsteht über die Naturkräfte und aus Spiegelung der Lichtkräfte, die aus verschiedenen Wirklichkeiten und Energiefeldern des Universums auf uns einwirken. Diese Energiefelder nennen wir im Schamanismus Totemkräfte.

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Totem

Sind die Wirkkräfte der vertikalen Energieebene in der Vision meiner Seele, hier auf Erden zu sein. Sie sind als Natur- und Lichtkräfte meine Seelenverbündeten und können entweder in einer Säule oder einem Steinkreis dargestellt sein:

  • Elemente: Wandlungskräfte der Seele, sie haben immer eine Doppelwirkung, sie vollenden Altes (lösen auf) und sie formen, bilden Neues
  • Lebenskern, Kraftzentrum im Bauch, Urkraft, Lebensimpuls, inkarnierte ewige Lichtseele
  • Mineralien: Bausteine der Körper, Farb- und Klangträger
  • Pflanzen und Naturwesen: Heilkräfte
  • Tiere: Grundbedürfnisse und ihre Erfüllung
  • Ahninnen und Ahnen im Licht: Blutsahnen – Wissensahnen aus verschiedenen Kulturen – mystische Ahnen (Engel)
  • Ewigkeit, das grosse Ganze: bedingungslose Liebe, Geborgenheit, schlichtes Sein als die letzte Ahnin: erfüllte Leere, vollkommene Ruhe, absolute Stille: ewiges Leben; Bilder der Lichtgestalten und Seelenwesen werden zu Farben dann zu Licht und in der Vollendung der Projektion zur Dunkelheit, der Mutter des Lichtes – Geräusche werden zu Klängen bis hin zum universellen Grundton OM und schlussendlich zur Stille – Handlung und Bewegung werden zu Schwingung hin bis zur absoluten Ruhe

Wir beschränken die Verbündeten oft auf Tiere, es können jedoch auch Mineralien, Pflanzen und Elemente sein, denn alle Kräfte geben sich der Absicht des Menschen hin.

Primär sind die vier Elemente Erde-Wasser-Luft-Feuer, diese vereinigen sich zum Plasma der Prima Materia, wie es die Alchemisten genannt haben. Es ist die Quintessenz der vier Elemente, die Ganzheit und Einheit schafft und in der Beckensonne, unserer Mitte, als Urenergie in einem gut spürbaren Kraftzentrum verankert ist. Die Mystiker nennen diesen Lebens- und Wesenskern ‚den Stein der Weisen‘. Plasma ist der Wasserkörper, die Grundströmung des Wassers in Harmonie, ein weisser Energiekörper in und um uns, und es gibt Menschen, die diese Ursprungsenergie sehen. Wir können durch das Plasma energetisch bis in die Ur-Energie vordringen, die nicht mehr als Bewegung physisch wahrgenommen wird, allenfalls noch eine langweilige Schwingung an der Grenze der Ur-Energie ist. Die Ur-Energie schwingt nicht, sie ist noch nicht getrennt. Ursuppe, Prima Materia, der erste Stoff des Lebens ist die Einheit der Elemente, alles strebt zum Ganzen und will vollkommen sein. Die Erde hat sich schon immer bewegt und im Kreislauf von Werden und Vergehen Lebendigkeit hervorgerufen. Naturbilder, die uns das Wesen des Urplasmas mit Milliarden von Energiequanten (Lichtteilchen) erahnen lassen sind z.B. das Spiegeln des Sonnenlichtes auf Wasser oder dieser Augenblick, bevor die Sonne über dem Berg aufgeht und am Rand des Berges strahlendes Weiss glimmert, das sich schlussendlich in alle Lebensfarben ergiesst. Das ist der Moment, in dem der Ton der Seele als goldenes Licht auf das Lebenswasser des Plasmas trifft und die Lichtteilchen zu schwingen und zu glitzern beginnen.

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Das Bewusstsein, in der Sehnsucht zu erleben, wahrzunehmen und zu erkennen, hat eine weitere Trennung der Seele hervorgerufen. Es ist die Unterscheidung in Yin und Yang, in Frau und Mann. Alle kennen die unbarmherzige Herausforderung und das selige Glücksgefühl, die die Sehnsucht nach Auflösung dieser Dualität birgt.

Das Erforschen der Totemkräfte und die persönliche Verschmelzung mit ihnen, sowie das Wirken durch die Totemkräfte ist ein nie abgeschlossener kreativer Prozess. Es ist Harmonisierung und Ermächtigung zur Seelenkraft und zu Originalität.

Die Erfahrung zeigt, dass Veränderung der Identität über mehrere Stufen bis hin zur letzten  Stufe der Wandlung zwischen irdischem und universellem Sein, meist über Verwirrung und Unsicherheit führt, dabei Ur-Ängste hervorholt und Geduld und Verständnis fordert. Die Erfahrung zeigt, dass es die grundlegende Wandlung von festgefahrenen Mustern und das Erwachen in neuer Wirklichkeit gibt.

 

Schamanisches Trommeln: die Intention im Trommeln und die Kraft der Trommel

Wir trommeln uns in den Zustand der Unmittelbarkeit; der Klang, der Rhythmus und das Schlagen der Trommel finden immer in der Gegenwart statt. Die Klänge von gestern sind verklungen und die Klänge von morgen noch nicht geboren. Im Ursprung sind wir alle aus derselben Quelle entstanden und mit derselben Essenz lebendig. Das schamanische  Trommeln ist ein Viererrhythmus, auf der ganzen Erde bekannt, und schwingt mit der Frequenz der Erde. Wenn wir genügend lang trommeln, gleicht sich unser Herzschlag diesem Rhythmus an. Vor jedem Ritual laden wir alle Menschen und Seelen in unsere Mitte ein, die ebenfalls Heilung nötig haben.

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Das Trommeln unterstützt uns, hinter dem inneren Dialog die Stille, hinter den Vorstellungen klare Einsicht, hinter den Gefühlen die Lebenskraft und hinter der Bedürftigkeit die Erfüllung zu entdecken. Wir trommeln, um in einem neuen Körperempfinden zu erwachen, unsere Identität bis zum Wesenskern zu wandeln und gemeinsam Dimensionen zu erforschen, die uns hinter die  Limitierung von Zeit und Raum führen. Wir tragen die Gewissheit in uns, im Leben geführt zu sein, in der ewigen Seelenquelle zu schöpfen und die Weisheit als Fähigkeit zu erkennen, uns Unbekanntem gegenüber mutig und grosszügig zu zeigen. Im Trommeln geht es letztlich um die Wahrnehmung dieser Weisheit, der Einheit aller Dinge. Wer sein reines strahlendes Seelenlicht erkennt, wer um die bedingungslose Liebe weiss und wer im unsterblichen Kern der Seele verankert ist, der meistert diese irdische Welt und findet immer wieder zum Wesentlichen zurück und zur Freude, die in den kleinen und grossen Dingen da ist. Um in einen erweiterten Bewusstseinszustand zu kommen, reicht es zu trommeln, da der Trommelschlag unmittelbar ist und zwischen den einzelnen Trommelschlägen Stille herrscht.

In die Stille fallen, in die Leere eintauchen und darin erkannt sein. In alten Schriften werden für die sexuelle Vereinigung von Frau und Mann oft die Worte gebraucht „und sie erkannten sich“. So gehen wir im Trommeln in die Ekstase und werden erkannt, erkannt, ohne uns speziell zu beweisen. Die Intention im Trommeln ist also das Fallenlassen in die Leere und die Hingabe ans Leben, um aus dem Unendlichen neu zu erwachen.

Wir begegnen der Trommel einfühlsam, so dass sich unsere alltägliche, verfestigte Haltung lösen kann. So spielen wir den einfachsten Rhythmus der Erdfrequenz, bis unser Herz, unsere Hand und die Trommel sich im Gleichtakt bewegen. In der Stille nach dem Trommeln schlägt ein sanfter Rhythmus zwischen der Trommel, dem Universum, der Lebensmitte in uns still weiter und öffnet unser Herz. In diesem regelmässigen Rhythmus findet der Atem als Lebenskraft einen schwingenden Ablauf und es ist, als würde eine unsichtbare, jedoch starke Kraft die Stärke und den Rhythmus des Trommelns vorgeben. Das Schlagen der Trommel in der Gruppe, kreiert einen gemeinsamen Ton. Das können wir nicht bewusst herbeiführen, das geschieht in der Intention der gemeinsamen Kraft. Und auch dann, wenn ich alleine trommle, habe ich das Erleben eines gemeinsamen Trommelns, gespeist aus der Erinnerung.

Wir befreien die Töne aus der Trommel, geben den Totemkräften eine Stimme, entlocken dem Ort seinen Ton, das Trommeln ist dem Universum Echo und vibriert in unserer  Mitte mit der Essenz der Lebenskraft, das heisst, dass wir die Trommel im Takt, im Rhythmus des Lebens schlagen. Das Trommeln lassen wir für einige Zeit in der Stille weiterfliessen und eben die Wirkung in uns. Von unterhalb des Bauches bis hoch in die Brust sammelt sich der Klang und geht weiter in die Kehle, erhellt die Stirn, breitet sich zum Scheitel aus und pulsiert dann weiter, einer Welle gleich und geht als Lebenskraft durch den ganzen Raum und breitet sich, konzentrischen Kreisen gleich, in weitere Räume aus.

 

Seelengesang ist Nahrung für die Seele

Die menschliche Ursprache ist ein Gesang, die Melodie aus der Seele, der Rhythmus aus der Natur, das Echo im Ewigen. Schon seit Urzeiten wissen die Menschen um die Heilwirkung durch Gesänge, die den Klangkörper unseres Energiefeldes mitgestalten. Jedes Wesen, jede Dimension und jedes Organ hat ihre eigenen Töne, Schwingungen und Farbklänge. Oberton- und Unterton-Gesang entspringt direkt diesen Naturklängen, dem Gesang der Schöpfung, der unseren individuellen Seelenklängen zu Grunde liegt. Deshalb gehören Seelengesänge zum schamanischen Wirken wie Atmen zum Leben.

In meinem schamanischen Wirken unterstützen mich Gesangsimprovisationen der Seelenkräfte. Sie unterstützen die Worte und reichen oft hinter die Worte in jene Dimensionen, die den Worten nicht mehr zugänglich sind. Die Stimme ist mehr als nur ein Spiegel der Seele, es ist ihr Ausdruck und verleiht uns Flügel, in dem wir das Bewusstsein weiten. Mit der Stimme und dem Körper experimentiere ich, erforsche was alles drin steckt und was raus will. Es entstehen Schwingungen, Klänge und Geräusche, die sich zu einem Gesang verweben, in dem alle anwesenden Kräfte mitsingen und ich kann, wie in einem Chor, den einzelnen Stimmen in einem Solo mehr Kraft geben. Das gibt eine Expedition mit der Stimme durch verschiedene Welten und Zeiten.

 

Schamanisches Träumen und Traumzustände

Träumen ist eine Bewusstseinserweiterung über die Wirklichkeit der Materie hinaus in andere Dimensionen. Träumen ist die Urform der schamanischen Reise zu den Quellen der Kraft und zum Ursprung der Seele, das schlichte Sein. Ausgangslage ist jener unbestimmte Schwebezustand zwischen Schlafen und Wachen, in dem das kontrollierte Bewusstsein ins ziellose Schweifen gerät. Die Absicht der Reise ist, durch mannigfaltige Bewusstseinsebenen hindurch zur ewigen Seele zu gelangen und die irdische Rückkehr in die sieben Kreise der Seele zu gestalten.

 

Wir können im irdischen Dasein unser Erleben und Wirken in sieben Seelenkreisen benennen: 1.Körper, 2. Beziehung, Mitmensch, 3. tätige Selbstverwirklichung, 4. Zeit, Geschichte, Lebensrhythmus, 5. Ahnen, Wissen, Bildung, Kultur, 6. Natur und 7. Bewusstsein, Lebensmythos, Lebenssinn.

 

Die Traumzeit findet in der universellen, raum- und zeitlosen Welt statt, aus der die reale Gegenwart in einem unablässigen Schöpfungsprozess hervorgeht, das heisst, dass wir Träume wahr werden lassen können. In diesem Gedanken ist die Wichtigkeit der Traumabsicht angesprochen. Auf dem eigenen Traumpfad bringen wir Lebensthemen Schritt für Schritt zu einem guten Ende, so wird in jedem Träumen gebundene Seelenkraft frei, Albträume enthalten speziell viel ungelebte Seelenkraft. Die gleiche Absicht, Lebenskraft zu befreien, haben wir im Gestalten von Ritualen. So betrachtet ist das Leben in sich ein Traumpfad, auf dem wir abgebrochene Traumhandlungen immer wieder weiterträumen, bis alle Handlungen ausgelebt sind und unsere Seele wieder ungebunden in ihrer vollen Kraft erscheint.

Das luzidere Träumen ist eine Fähigkeit, die wir trainieren können. Es ist eine Form der Meditation, der Wahrnehmung, dass die Seele im Ursprung des Bewusstseins immer wach ist. Ich finde es enorm spannend im Traum träumend zu erwachen und die Handlungen und Situationen aktiv zu verändern. Diese Traumarbeit beeinflusst auch das Wirken im Alltag. Sie macht achtsamer, sensitiv-intuitiver und multidimensional.

In der Bewusstseinserweiterung werden die Welten nicht mehr voneinander getrennt, sondern verschmelzen in einem Zustand des schlichten Daseins, wo alle Sensationen wegfallen und wir reine Kraft werden. Wir haben die Fähigkeit, in einer Art Wechselspiel mit den Sinnen verschiedene Wirklichkeitsebenen zusammen zu bringen. Wir erleben das z.B., wenn wir die Augen wiederholt öffnen und schliessen und so direkter die Matrix eines Raumes wahrnehmen.

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Der traumlose Zustand ist ein Zustand der Vollkommenheit, den wir mehrere Male pro Nacht und ab und zu am Tage erreichen. Schamanismus ist in sich zeitlos und verbindet uns auch mit der Zeitlosigkeit, obwohl Menschen, die schamanisch wirken, auch Kinder ihrer Zeit und Kultur sind.

Spirituelle Weite kann durch körpereigene Substanzen (Neurotransmitter) erreicht werden, auch durch einen Schock, der uns aus gewohnten Bahnen wirft oder im Gegensatz durch unendliche Langeweile. Sie ermöglicht uns, limitierende Alltagsgrenzen zu sprengen und aussersinnliche Wahrnehmungen bewusst zu erfahren. Diese Erfahrungen sind zum Teil überwältigend, bedrohlich oder dann wieder unspektakulär natürlich und führen zu blitzartiger Klarheit.

 

Wir Menschen haben vier Möglichkeiten zur Bewusstseinserweiterung:

  • reflektierendes, intellektuelles Bewusstsein, kontrolliertes Denken (1. Aufmerksamkeit)
  • Künstlerbewusstsein, ‚werdet wie die Kinder’, alles fügt sich, ganz dabei sein, ohne Reflektion
  • Bewusstsein in der 2. Aufmerksamkeit, d.h. waches (luzideres) Träumen, der Zustand der Schamanen
  • das psychologische Bewusstsein von Ursache und Wirkung innerhalb der Lebensgeschichte

 

Traditioneller Schamanismus

Ich bin keine Ethnologin, und erwähne hier nur persönliche Erfahrungen zur Erläuterung, dass es zwischen mir und einer traditionell tätigen Schamanin Unterschiede gibt. Der magisch-mythische Schamanismus arbeitet mit Ober-, Unter- und Mittelwelten, projiziert die Kraft in Gestalten wie Krafttiere, Lichtwesen, Ahnen oder Dämonen und beschäftigt sich oft mit magischen Zaubersprüchen und der Auflösung von Flüchen. Viele Schamanen, die ich erlebt habe, arbeiten in Trancezuständen, die zum Teil auch durch halluzinogene Substanzen und tagelanges Fasten hervorgerufen sind. Es ist ein Unterschied zwischen einer Bewusstseinserweiterung, die durch wache Konzentration aufgebaut wird, und einer Bewusstseinsveränderung, die durch halluzinogene Substanzen hervorgerufen wird. Schamanen wandeln immer auf geistigen Grenzen, streben nach Ganzheit und haben die Fähigkeit, verschiedene Energien zu transformieren. Oft tragen sie schamanische Kleider, die ihre Verbündeten und ihre Fähigkeiten ausdrücken und sie vom allzu Menschlichen distanzieren. Traditionelle Schamanen sind immer Teil einer Gemeinschaft. Sie erzählen ihre überlieferten Mythen und Geschichten aus weisen Quellen. Sie singen alte Lieder, manchmal ganze Epen und sind eng verbunden mit dem Land ihrer Ahnen. Der Boden und die Natur ihrer Heimat sind für sie zentral. Die Poesie habe ich oft als Heilkunst erfahren und ein Koan als Quelle der Inspiration. (Ein Koan ist eine Frage, die nicht durch Denken beantwortet werden kann, z.B. die Welle und das Meer sind eins.)

Humor initiiert Heilung, schafft natürliches Beisammensein und gibt Flügel der Leichtigkeit. Echter Humor verletzt nicht, hinterlässt im Ego keine Spuren, verschafft ein freies Lachen, das im Bauch mitschwingt und unwiderstehlich ansteckend ist. Dieses befreiende Lachen ist den Nomaden und ihren Schamaninnen und Schamanen eigen.

 

Rituale und Zeremonien

Sie unterstützen bei Übergängen, schaffen einen Raum zur Heilung und helfen, uns im Leben verankert zu fühlen. Rituale wirken über:

  • Erdkräfte (Naturkräfte)
  • Seelenkräfte (Licht, Schwingung, Klang)
  • Erweitertes Bewusstsein (Wesen der Essenz)

Der Ablauf der Rituale ist kein festgelegtes Schema, die Heilabsichten sind oft kombiniert und die Gestaltung des Rituals individuell einmalig. Denn einen eigenen Zauberspruch oder Heilworte schöpfen und mit den Fäden der Kräfte verbinden ist wirkungsvoller, als alte, vorgegebene Riten nachzuahmen…

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Ein paar Einblicke ins Instrumentarium schamanischer Ritualarbeit und Zeremonien:
Seelenzentrierung im Wesenskern: Zugang zur ewigen Seele und dem Lebenskern in uns (dem Stein des Weisen), bringt uns zur Urkraft als Ausdruck der Lebensessenz; macht unsere Seele als leuchtendes, pulsierendes und klingendes Wesen sichtbar.

Totem/ Kräfte als Seelenverbündete/ Sein in der Natur: vereint uns energetisch mit den Lebensformen von Erde und Universum und mit den Ebenen der Elemente, Mineralien, Pflanzen und Tiere, den Naturwesen und Lichtahnen; schafft ein Verständnis für unser mythisches Wesen und unsere Fähigkeiten; wir haben in allen Welten Seelenbegleiter, so begleitet eine Grossmutter ihre Enkelin oder umgekehrt auf den Pfaden von der materiellen Welt zur Lichtwelt; es kann sein, dass wir in diesen weniger dichten Welten die Begegnung mit der Wirklichkeit der Tiere anders erleben, eine Sprache zu ihnen finden und ihre Erscheinung weniger ins Menschliche projizieren.

Seelenrückholung aus verschiedenen Wirklichkeiten: dient zur Integration von Seelenkräften, wobei das Leben selbst als Seelenrückholung wirkt; lässt uns in unserer vollen Kraft sein und so genährt und erfüllt Lebensprojekte umsetzen: Wenn ich mich Herausforderungen stelle, wird die Kraft geboren und schafft der Seele Orientierung.
Seelenrückbringung ins Ewige/ Psychopompos: bringt Versöhnung mit den Ahnenkräften, belastende Erinnerungen befreien sich zu Lebensweisheit und Erfahrungsreichtum; wenn ich davon ausgehe, dass die Liebe bedingungslos ist und das Leben Erlebnisquelle aller Möglichkeiten bietet, dann hat jede Verstrickung mit der Sippschaft über den Tod hinaus keine Wirkung, und doch gibt es Seelen, die in dieser Welt gebunden bleiben.

Seelenfeldheilung/ Extraktion (Power Release): Harmonisierung der Körperseele und des Traumkörpers; eine Art Reinigung der materiellen Erscheinung: die Schöpfung ringt um Struktur und löst sie gleichzeitig auf
Drei-Gliederung des Menschen: in Ich-Seele – Schöpferseele – Seelen-Selbst; eine Erfahrung, die dem Menschen in seinen vielen Rollen Wahlfreiheit gibt, es hilft durch die Masken zur  Urenergie vorzudringen und sein Lichtwesen zu erkennen. Es gibt die linke Ich-Geschichte und die rechte Licht-Gestalt, beide können die Schöpfer-Gestalt der Mitte in Beschlag nehmen oder fördern, kreativ untermalen. Über beide Wege befreie ich meine Seele, ob nun meine Zuwendung links oder rechts ist, wichtig bleibt mein Standpunkt der Mitte, dem Schöpferischen in der Unmittelbarkeit.

Schamanisches Träumen: das Traumlabyrinth als Seelenpfad durchwandern; verschiedene Bewusstseinszustände erkennen; aus der Dualität ins All Eine gelangen und wieder zurückfinden: ich bin Traum, Träumende und Beobachtende in Einem.
Visionen: sind nicht von der bewussten Welt der Limitierung, sie sind Quelle der Inspiration und schöpfen aus dem unendlichen Potenzial, der Fülle des Lebens;  durch die Ermächtigung, Ausdruck der eigenen Vision zu sein, verändert sich das Erleben der sieben Seelenkreise grundlegend; ursprüngliche Vision der Seele ist das vollkommene Hier-Sein und gleichzeitig das Zuhause-Sein in der Ewigkeit.

Besetzungen: Magie ist nichts Anderes als wahrgewordenes Verlangen oder verdichtete Angst, und somit können wir das Empfinden von Besetzungen folgendermassen unterscheiden:

  • Disposition zur Besetzung bedingt eine emotionale und körperliche Belastung.
  • Besetzung von fremden Seelen und Wesen: besetzt werden wir immer von bedürftigen, fremden Wesenheiten.
  • Die Besetzung als Selbstläufer, der Mensch hat sich schon selbstverständlich mit der fremden Wesenheit verbunden.
  • Positive Besetzungen sind Verbündete der Manifestationen unserer Gaben, dazu eine Art Geisterlandkarte: Geister persönlicher Bedürfnisse, z.B. kollektive Geister der Ahnen, spirituelle Geister, Waldgeister, Pflanzenwesen, wie Trolle, Zwerge, Elfen

Es ist wunderschön, sich z.B. mit Naturgeistern einzulassen. Doch ist es gut zu wissen, dass diese Naturwesen nicht die gleiche Moral haben wie wir Menschen. Krafttiere haben eine eigene Art der Kultur und Zivilisation. Sie leben nach ihren eigenen Gesetzmässigkeiten.

Orakel werfen als schamanisches Ritual: Spiegelt eine Momentaufnahme oder das geronnene Bild der Seele wider, wie es die Mongolen nennen. Wir können über die Orakelbilder Spannungsfelder in uns sowie Kraftlinien um uns erforschen, ohne darin bewertet zu werden; das Orakel legt nicht fest, es macht bewusst und dadurch neue Tore auf.

Das letzte Ritual, das Sterberitual: Es ist ein zentrales Ritual und unterstützt die Gestaltung des eigenen Sterbens. In der schamanischen Arbeit gibt es einige Rituale, die bereits zu Lebzeiten diese radikalste Transformation erlebbar machen und die Angst nehmen: „Abschied und Tod sind nur andere Worte für Neuanfang und Leben. Alles, was du zurücklässt, findest du in einer anderen Form wieder.“ (Tibetische Weisheit)

 

Eine kreative Auswirkung von Ritualarbeit: Die Augen auf den Adler gerichtet, bin ich bei ihm, in vollem Flug, segle über Täler und Berge und nehme die kleinsten Bewegungen auf dem Boden wahr. Durch ihn sehe ich Menschen an einem entfernten Ort und erkenne ihr Sein und Tun. Immer, wenn ich den Adler am Himmel sehe, ist es, als wäre ich mit ihm dort oben, würde mit seinen Schwingen schweben, mit seinen Augen sehen. Auch wenn der Adler so weit fliegt, dass er aus meinen Augen verschwunden ist, schaue ich in den weiten Himmel und weiss, da ist er, irgendwo, ich spüre sein Wesen und meine Seelenflügel sind mit ihm eins, als segle ich mit seinen Schwingen. Ich sehe dann aus wie der Adler, meine Gesichtszüge verändern sich, eher wie ein Greifvogel am Himmel als ein Mensch auf Erden. Ich atme den Geruch des Adlers und fühle mich von ihm erkannt. Das Ritual, mit dem Adler zu fliegen, entwickelt einen Gleichmut, der uns an den Unwägbarkeiten des Lebens wachsen lässt und die Zuversicht gibt, dass sich alles jederzeit in die Richtung der Erfüllung wenden kann.

 

 

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